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Eigene Jobs schaffen
Sechs Kommunen wollen regionale Arbeit für lokale Menschen zurückgewinnen. "Hartz IV schafft keine Stellen, aber Möglichkeiten, die wir früher nicht gehabt hätten."
"Wir müssen die Arbeitsplätze zurück-gewinnen, für die jetzt von weit her Menschen angekarrt werden," bestätigt Gregor Heynen (künftig "Quinta-com", bisher "Personal Service Agentur PSA Niederrhein"). So unterhalten etwa die Gartenbau UGA in Straelen und der Flughafen Niederrhein bisher je einige Zeitarbeitsfirmen.
Da Welcam und Integra einige Fertigungs-firmen vorhalten sind, zu einigen Qualifizierungen – etwa wie derzeit beim Umgang mit den Handscanner Räume vorhanden. Auch wissen die Beteiligten vom Bedarf an "Gabelstaplerfahrern im Hochregalbereich". Das bedeutet einen zwei- bis dreiwöchigen Lehrgang für Leute ohne große Grundkenntnisse, und sie sind vermittelt. Welcam arbeitet außerdem im Klinik-Bereich und wird Jobs im Pflegedienst anbieten.
Horst Cattelaens: "Wir müssen auch einige Stellen schaffen, die es vorher nicht gegeben hat." Die Bürgermeister denken an die Berufsfelder Sicherheit und Sauberkeit. Auch für schwer vermittelbare Jugendliche will man gezielt etwas tun, betont Gochs Bürgermeister Karl-Heinz Otto. Bisher habe man sie über ABM-Stellen qualifizieren und oft auf dem ersten Arbeitsmarkt unterbringen können. Mit dem Wegfall der ABM fielen aber auch die Chancen weg, erinnert Otto. "Wir sechs Kommunen sind nun intensiv aufgefordert, Ideen zu kreieren". Dazu sollen Ämter, Wirtschaftförderungen, Parteien, Verbände beteiligt werden.
Cattelaens ist sehr zuversichtlich: "Hartz IV schafft keinen Stellen, aber Möglichkeiten, die wir früher nicht gehabt hätten".
Finanziert wird das Ganze letztlich durch Bundesmittel "aus dem Integrationsbudget, wovon wir ausgehen, dass auch sie passgenau sind," scherzt Kevelaers Bürgermeister Axel Stibi. Die Vermittlungs- und Qualifizierungs-profis im Team bekommen fallbezogen eine Prämie, wenn es gelingt, wieder einen Kandidaten aus dem Arbeitslosengeld II heraus zu bekommen.
Agentur lobt Kooperation mit Welcam
Die Vermittlungsagentur der Mittelkreis-Kommunen ist nicht die einzige sogenannte Personal-Service-Agentur, kurz PSA, die Firma Welcam in Kooperation mit öffentlichen Institutionen betreibt: Die Klever Arbeitsagentur arbeitet bereits seit Juni 2003 eng mit Welcam zusammen – und offenbar recht erfolgreich, wie der Leiter der Agentur , Dieter Kolb, berichtet.
Die PSA-Niederrhein an der Hoffmannallee beschäftigt in zwei Teilbereichen Arbeitnehmer: Elektro und Metall sowie Lager, Transport und Logistik. Das Personal rekrutiert sich aus einem vom Arbeitsamt vorgeschlagenen Pool. Die Beschäftigten sind für neun Monate Mitarbeiter der PSA und werden nach Zeitarbeits-Tarif bezahlt. Für die Anstellung erhält die Agentur einen Grundbetrag von der Arbeitsagentur und Erfolgshonorar, falls der Mitarbeiter in eine feste Anstellung vermittelt wird.
Im Januar seien von 165 Beschäftigten 52 vermittelt worden, so Kolb: "Das ist ordentlich". Allerdings sei der Markt für Langzeitarbeitslose – das Klientel der neu gegründeten Vermittlungsagentur – schwieriger, räumt Kolb ein.
10.03.2005 NRZ