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Interview mit Horst Cattelaens: Der Beruf von morgen
Auf gut ausgebildete Personaldienstleistungskaufleute warten viele Unternehmen. Darüber sprach gestern RP-Redakteur Ludger Distelkamp mit dem Geschäftsführer des Klever Personaldienstleisters Welcam, Horst Cattelaens.
Erläutern Sie doch mal bitte das Berufsbild.
Horst Cattelaens Die Personaldienstleistungs-kauffrau oder der Personaldienstleistungs-kaufmann erlernen einen modernen Ausbildungsberuf für die Arbeitswelt von morgen. Der Wettbewerb um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird ein prägendes Merkmal des Arbeitsmarktes der Zukunft sein. Für die Herausforderungen von morgen wie die Mitarbeiterplanung und Arbeitsorganisation werden die Personal-dienstleistungskaufleute gut gerüstet sein. Der Welcam-Verbund bildet neun Lehrlinge aus, davon drei als Personaldienstleistungs-kaufleute. In NRW bilden bislang nur sehr wenige Firmen in diesem Berufsbild aus.
Warum ist dieser neue Ausbildungsberuf notwendig?
Horst Cattelaens Schon im nächsten Jahrzehnt werden mehr Unternehmen Aufgaben an andere Unternehmen weitergeben. Arbeit wird zunehmend in Projekten erledigt. Arbeitsorte und Arbeitsbedingungen ändern sich schneller. Allein in der Personaldienstleistungsbranche verdoppelt sich die Zahl der Mitarbeiter alle vier Jahre. Bisher wurden qualifizierte Quereinsteiger an die Tätigkeit herangeführt. Der Beruf der Personalkaufleute besteht aus einer Kombination aus verschiedenen Berufen, Kenntnissen und Fähigkeiten.
Zusätzlich sind kommunikative Kompetenz und Rechtskenntnisse gefordert, wie es sie kaum in einem anderen Beruf gibt. Da sind Gründe genug für einen eigenständigen Ausbildungsgang.
Wo genau liegen die Karrieremöglichkeiten?
Horst Cattelaens Personalexperten sind bereits heute begehrt. Für die zukünftigen Personaldienstleistungskaufleute gibt es gute Aufstiegschancen und viele Möglichkeiten der Spezialisierung: Personaldisponent, Personal-referent oder Personalleiter. In Planung ist die Weiterbildung zum Personalfachwirt. Bald wird es auch Bachelor- und Masterstudiengänge geben.
Wie wird der Arbeitsmarkt von morgen aussehen?
Horst Cattelaens Arbeit wird immer mehr digitalisiert. Und immer häufiger werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wegen Geburtenschwacher Jahrgänge fehlen. Diese und andere Veränderungen verlangen eine Vielzahl von Experten in der Personal-dienstleistungsbranche.
23.07.2008